Ankunft im Dorf
Der Winter hat St. Johann fest im Griff. Im Stall des Hochreiterhofs liegt der alte Bauer Hansl tot unter einem geborstenen Heubalken. Der Bürgermeister spricht von einem Unfall. Doch die Magd Theres zittert, der Knecht schweigt – und Pfarrer Huber lächelt ein wenig zu ruhig.
Deine Fallakte
Kein Unfall
Der Balken ist nicht gebrochen – er wurde angesägt. Unter Hansls linker Hand steckt ein Fetzen schwarzen Wollstoffs. Im Stroh findest du außerdem ein Messer mit den Initialen „P. H.“.
Theres zittert
„Am Abend kam ein Fremder“, flüstert sie. „Hansl nannte ihn Peter. Sie stritten über eine Erbschaft. Später sah ich den Pfarrer einen Brief im Ofen verbrennen.“ Als du ihr Schutz versprichst, gibt sie dir einen kleinen Messingschlüssel.
Der schwarze Mantel
Pfarrer Huber trägt einen schwarzen Wollmantel. Am rechten Ärmel fehlt ein Stück Stoff. Auf dem Tisch liegt ein geöffnetes Tintenfass; im Ofen glimmt noch Papier. Hinter seinem Schreibtisch steht eine verschlossene eiserne Kassette.
Der Knecht bricht
Der Knecht gesteht, den Balken auf Befehl Hansls angesägt zu haben – jedoch nur, um ihn am nächsten Tag auszutauschen. In der Mordnacht sah er Pfarrer Huber aus dem Stall kommen. „Er hielt etwas unter dem Mantel. Und Peter stand am Waldrand.“
Peter Huber
Auf einem verwitterten Stein steht: „Anna Huber und ihr Sohn Peter, fortgegangen 1878.“ Im Kirchenbuch findest du daneben einen nachträglich geschwärzten Eintrag. Der Vater des Kindes war offenbar Hansl Hochreiter.
Das Testament
In der Truhe liegt ein neues Testament: Peter soll die Hälfte des Hofes erhalten. Darunter befindet sich ein älterer Brief des Pfarrers: „Du wirst den Namen unserer Familie nicht beschmutzen. Der Junge darf niemals erben.“
Drei lesbare Zeilen
Zwischen der Asche bleiben Worte sichtbar: „…morgen anerkennen… Peter… Hälfte des Hofes…“. Auf einem zweiten Reststück steht in anderer Handschrift: „Dann bleibt mir keine Wahl.“
Die gefälschte Chronik
In der Kassette liegt das ursprüngliche Taufregister. Pfarrer Huber selbst hat Jahre später den Namen Hansl Hochreiter geschwärzt. Daneben liegt ein Wollhandschuh, dessen abgerissene Faser exakt zu dem Fetzen in Hansls Hand passt.
Peter erzählt
Peter gesteht den Streit mit Hansl, bestreitet aber den Mord. Sein Messer habe der Pfarrer an sich genommen. Durch das Stallfenster sah Peter, wie Huber Hansl mit dem gelösten Balken erschlug. Er schwieg, weil der Pfarrer drohte, Theres als Hexe und Peter als Mörder auszuliefern.
Die Glocke schweigt
Das Dorf versammelt sich. Pfarrer Huber steht vor dir. Je nachdem, wie gründlich du ermittelt hast, kannst du nun die Wahrheit benennen – oder einen folgenschweren Fehler begehen.
Die Wahrheit spricht
Du legst Beweis für Beweis vor. Schließlich sinkt Huber auf die Knie. Er wollte verhindern, dass Peter den Namen und das Erbe erhielt, das ihm zustand. Als Hansl seine Entscheidung nicht widerrief, tötete Huber ihn und legte Peters Messer aus. Die Gendarmen führen ihn ab. Zum ersten Mal seit Jahren läutet die Glocke nicht zum Gehorsam – sondern zur Wahrheit.
Der falsche Name
Deine Anklage überzeugt das verängstigte Dorf. Ein unschuldiger Mensch wird abgeführt. Pfarrer Huber segnet die Menge und senkt den Blick. Jahre später findest du einen schwarzen Wollfaden in deiner alten Fallakte – und begreifst, dass das Schweigen gewonnen hat.
Der Berg bewahrt alles
Peter verschwindet über den Pass. Du kennst die Wahrheit, aber sprichst sie nicht aus. Huber bleibt Pfarrer, Theres bleibt in Angst und Hansls Tod wird als Unfall verzeichnet. Die Almen schweigen weiter – nun auch mit deiner Hilfe.
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